Traumatherapie in Emmendingen
Begleitung nach belastenden Erfahrungen
Erst Stabilität, dann Bearbeitung – in einem Tempo, das tragfähig bleibt.
Auf einen Blick
- Wofür: Folgen einmaliger Ereignisse ebenso wie Folgen wiederholter Belastung, etwa nach Missbrauch, Gewalt oder anhaltender Vernachlässigung.
- Vorgehen: phasenorientiert – zuerst Stabilisierung, dann dosierte Bearbeitung, zuletzt Integration.
- Qualifikation: zertifizierte Weiterbildung in PITT nach Luise Reddemann, Kreative Traumatherapeutin nach Dr. Udo Baer, Seminare zu sexuellem, emotionalem und körperlichem Missbrauch.
- Rahmen: Einzel- und Paartermine, 60 oder 90 Minuten, Abstände frei wählbar.
- Grenze: keine ärztliche Behandlung, keine Medikamente, keine Krankschreibung.
Wann eine Traumatherapie in Emmendingen sinnvoll ist
Traumafolgen zeigen sich selten als klare Erinnerung. Häufiger sind es Reaktionen, die im Alltag unerklärlich wirken: Herzrasen ohne Anlass, Schreckhaftigkeit, Albträume, Zustände von Nebel und Taubheit oder das Gefühl, neben sich zu stehen. Wer das kennt, hat meist längst versucht, es sich zu erklären – und genau daran scheitert es, denn diese Reaktionen entstehen nicht im Denken.
Ein psychisches Trauma entsteht dann, wenn ein Ereignis die Verarbeitungsmöglichkeiten eines Menschen überfordert. Entscheidend ist dabei nicht die objektive Schwere, sondern die Kombination aus Bedrohung, Kontrollverlust und fehlender Hilfe danach. Deshalb lässt sich von außen nie beurteilen, ob etwas „schlimm genug“ war. Maßgeblich ist vielmehr, was heute noch wirkt.
Anzeichen, die häufig hierher führen
- körperliche Alarmreaktionen ohne erkennbaren Anlass – Herzrasen, flacher Atem, Anspannung
- Schreckhaftigkeit, Albträume sowie Ein- und Durchschlafstörungen
- Zustände innerer Leere, Taubheit oder das Gefühl, neben sich zu stehen
- wiederkehrende Beziehungsmuster, die immer am selben Punkt scheitern
- starke Reaktionen auf Kleinigkeiten und anschließend Scham über die eigene Reaktion
Keiner dieser Punkte ist für sich genommen ein Beweis. Gemeinsam ergeben sie allerdings ein Muster, das sich fachlich einordnen lässt. Was Trauma fachlich bedeutet, beschreibt der Beitrag Was ist Traumatherapie?; warum der Körper reagiert, bevor der Verstand einordnet, steht in Warum der Körper sich an Trauma erinnert.
Nicht die Erinnerung heilt, sondern die Erfahrung, sie überstehen und wieder beenden zu können.
Wie die Traumatherapie in Emmendingen abläuft
International durchgesetzt hat sich ein Vorgehen in drei Phasen, das Judith Herman 1992 beschrieben hat. Diese Reihenfolge ist keine Formsache, sondern die Bedingung dafür, dass eine Erinnerung verarbeitet und nicht erneut durchlebt wird.
- Stabilisierung. Zuerst entsteht die Grundlage: äußere Sicherheit, verlässliche Wege, hohe Anspannung wieder zu senken, und innere Ressourcen wie der sichere Ort. Bei lang zurückliegender und wiederholter Belastung nimmt diese Phase den größten Teil der Arbeit ein.
- Bearbeitung. Danach öffnet sich die belastende Erinnerung in dosierten Schritten – mit Abstand, kontrolliert und jederzeit unterbrechbar. Ziel ist dabei, dass die Erinnerung erzählbar wird, statt sich unkontrolliert zu wiederholen.
- Integration. Zuletzt bekommt das Erlebte einen Platz in der eigenen Lebensgeschichte. Hier geht es um Trauer über Verlorenes, um neue Beziehungserfahrungen und um Pläne, die vorher keinen Raum hatten.
Warum die Reihenfolge nicht verhandelbar ist
Der Wunsch, direkt an das Schlimmste zu gehen, ist nachvollziehbar. Fachlich führt er jedoch regelmäßig in eine Verschlechterung. Verarbeitung setzt nämlich voraus, dass sich eine Erinnerung betreten und wieder verlassen lässt. Fehlt die Fähigkeit zum Verlassen, entsteht dagegen keine neue Erfahrung, sondern eine Wiederholung der alten. Warum Stabilisierung deshalb am Anfang steht, führt der Beitrag Stabilisierung in der Traumatherapie aus.
Methoden, mit denen in der Praxis gearbeitet wird
- PITT nach Luise Reddemann. Imaginative Übungen zur Stabilisierung, Distanzierungstechniken und die Arbeit mit inneren Anteilen.
- Kreative Traumatherapie nach Dr. Udo Baer. Ausdruck über Bild, Material und Bewegung, wenn Sprache nicht ausreicht.
- Mal- und Kunsttherapie nach Dr. Bettina Egger. Darstellung ohne Erzählung, Veränderung direkt am Bild.
- Arbeit mit dem inneren Kind. Kontakt zu abgespaltenen kindlichen Anteilen und zu dem, was damals gefehlt hat.
- Gesprächspsychotherapie. Einordnen, Verstehen und die Verbindung der einzelnen Schritte.
Welcher Zugang passt, hängt dabei weniger vom Ereignis ab als von der aktuellen Belastbarkeit. Bei starker Dissoziationsneigung folgt beispielsweise eine ausgiebige Stabilisierung, bevor die Arbeit Erinnerungsmaterial überhaupt berührt. Wie sich verletzte Anteile beschreiben lassen, steht im Beitrag Inneres Kind: Was dahintersteckt.
Erfahrung, Rahmen und Grenzen dieser Begleitung
Conny Jakober arbeitet seit 2008 in eigener Praxis. Davor liegen 17 Jahre Berufserfahrung als staatlich anerkannte Jugend- und Heimerzieherin, unter anderem in der Heilpädagogik, in der Familienberatung und als Stationsleiterin in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Für die Traumaarbeit kommen dazu eine zertifizierte Weiterbildung in psychodynamisch imaginativer Traumatherapie nach Luise Reddemann, eine Weiterbildung als Kreative Traumatherapeutin bei Dr. Udo Baer sowie Seminare zu sexuellem, emotionalem und körperlichem Missbrauch und dessen Folgen.
Was diese Begleitung ausdrücklich nicht leistet
- Kein Zwang zur vollständigen Schilderung. Bearbeitung ist nämlich auch möglich, ohne jedes Detail auszusprechen.
- Keine ärztliche Behandlung. Medikamente, Krankschreibungen und die Abklärung körperlicher Ursachen bleiben dagegen ärztliche Zuständigkeit.
- Keine Erfolgszusage. Der Verlauf hängt unter anderem davon ab, ob die Belastung beendet ist und wie tragfähig das Umfeld ist. Eine Zusage über den Ausgang lässt sich daraus nicht ableiten.
- Kein Ersatz in der akuten Krise. Bei Suizidalität, akuter Gefährdung oder anhaltender Bedrohung gehen Krisendienst, Klinik und Notruf vor.
Die Praxis liegt Im Hausgrün 12, 79312 Emmendingen und damit rund 20 Autominuten von Freiburg entfernt. Termine sind mit 60 oder 90 Minuten möglich, die Abstände wählen Sie zudem selbst. Sollte eine Anreise nicht in Frage kommen, ist eine Begleitung außerdem telefonisch oder über einen datenschutzkonformen Messenger möglich.
Häufige Fragen
Muss ich in der Traumatherapie über alles sprechen?
Nein. Über den Umfang der Schilderung bestimmen Sie ausdrücklich mit. In der Stabilisierungsphase kommt das Ereignis zunächst meist gar nicht zur Sprache, und in der Bearbeitungsphase gibt es Verfahren mit Distanzierungstechniken, bei denen Details nicht ausgesprochen werden müssen.
Wie lange dauert eine Traumatherapie?
Bei einem einmaligen Ereignis und guter Stabilität sind zunächst 15 bis 30 Sitzungen ein realistischer Rahmen. Bei Belastungen dagegen, die über Jahre entstanden sind, dauert allein die Stabilisierungsphase oft ein bis zwei Jahre. Letztlich hängt der Verlauf stärker von der Belastbarkeit im Alltag ab als von der Schwere des Ereignisses.
Kann eine Traumatherapie den Zustand vorübergehend verschlechtern?
Vorübergehende Verschlechterungen kommen vor, vor allem bei zu früher Konfrontation. Genau deshalb steht die Stabilisierung am Anfang. Verschlechtern sich Anspannung, Dissoziation oder Schlaf über mehrere Sitzungen, ist das dagegen ein Signal, einen Schritt zurückzugehen – und kein Grund, die Arbeit zu forcieren.
Passend dazu
Unklar, ob das Erlebte eine Traumafolge ist?
Im kostenfreien Informationsgespräch von 15 Minuten lässt sich einordnen, welcher nächste Schritt sinnvoll ist – telefonisch unter +49 162 7879113.
Hinweis: Dieser Text informiert und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. In akuten Krisen erreichen Sie die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 und den Rettungsdienst unter 112.
